Südfrankreich - Tag 1

 4.30 Uhr. Ich mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Die Straßen sind noch leer. Im Bahnhof ist zum Glück auch nicht viel los. Mein Zug steht schon auf Gleis 5. Mein ganzer Wagon ist so gut wie leer! Kurz bevor der Zug um 5.00 Uhr abfährt, steigen noch zwei Leute ein. Ich mache es mir gemütlich. 

Es ist neblig, aber es wird langsam hell. Um 6.15 Uhr fährt mein Zug im Hamburger Hauptbahnhof ein. Jetzt habe ich ca. 30 Minuten Zeit. Ich kaufe mir ein Latte Macchiato Karamell und ein Schokocroissant. Dann gehe ich zu meinem Gleis. Es dauert noch 15 Minuten, bis mein Zug kommt. Er fährt bis Zürich! Hoffentlich verschlafe ich nicht meinen Ausstieg. Ich habe einen Platz reserviert. Laut Plan ist er im ersten Wagon. Pünktlich fährt der Zug ein. 

Mein Wagon ist fast ganz leer, aber überall sind „reserviert“ Schilder angebracht. Ich setzte mich auf meinen Platz. Eine indische Familie mit 2 Kinder kommen auf mich zu… - war ja klar – der Wagon ist fast leer, aber sie haben die drei anderen Plätze neben mir! Ich setze mich in die gegenüberliegende 4er-Sitzgruppe, damit wir alle mehr Platz haben. Hier sollen zwar welche sitzen, aber der Zug fährt ab und niemand kommt! 

Der Zug hält noch einmal in Hamburg-Harburg. Plötzlich steht eine 4er-Gruppe vor mir: „Diese Plätze haben wir reserviert!“ Ich lächle entschuldigend und gehe ein paar Plätze weiter. Dort steht dran, dass der Platz erst ab Köln, bzw. Essen besetzt ist. Perfekt! Ich mache es mir wieder bequem. Die Sonne scheint. Es wird wahrscheinlich wieder ein schöner Tag. Die letzten Tage war es ja auch schon sommerlich warm.

In Münster steigen die Inder aus und ich kann auf meinen eigentlichen Platz. Die Zeit läuft schnell. Pünktlich um 10.15 Uhr fährt der Zug in den Bahnhof von Duisburg ein. Ich kann gleich auf dem Bahnsteig bleiben, weil nach 10 Minuten der Zug in Richtung Düsseldorf Flughafen kommt. Ich fahre eine Station und bin am Flughafen. Dann geht es weiter mit einem Sky-Shuttle. Er sieht aus, wie eine große Skigondel. 

Dann ist es geschafft! Die Maschine setzt auf der Landebahn auf. Applause brandet noch einmal auf! Alle sind glücklich. Jetzt muss es nur noch mit dem Koffer klappen, damit ich endlich zur Autovermietung kann. Ich hatte den Wagen zu um 16.00 Uhr bestellt. Jetzt ist es schon fast 20.00 Uhr! Hoffentlich ist da noch jemand.

Mein Koffer ist einer der Letzten, die vom Band kommen. Aber egal, Hauptsache er ist da! Jetzt muss ich nur noch die Autovermietung finden. Ich habe zwar einen Lageplan bekommen, aber irgendwie ist sie da nicht. Ich frage an der Information. „Wir sind jetzt in Terminal 1, Sie müssen zu Terminal 2“. Dann erklärt sie mir, dass ich aus dem Gebäude raus muss, 200 m gehen und dann sagt sie noch etwas, dass ich nicht verstehe, weil es in ihrem Französisch/Englisch sehr undeutlich ist. Aber egal, ich gehe erstmal los. Immer den Schildern nach. Dann stehe ich plötzlich an einer Bushaltestelle. Ah ja, das war das komische Wort. Ich soll mit dem Busshuttle zum Terminal 2 fahren. Ok. Da sind noch andere Deutsche, die auch mitfahren wollen, um ihr Auto abzuholen. Wir fahren ca. 10 Minuten mit dem Bus. Was sind das alles für große Flughäfen! Da sehe ich schon ein Schild mit meiner Autovermietung drauf. Aber der Bus fährt weiter. Dann hält er. Direkt am Terminal. Na super! Und nun. Wir Deutschen tun uns zusammen und suchen nach Schildern. Ah, da ist eins! Wir traben alle hintereinander her. Da ist das Gebäude mit den Autovermietungen und den Autos. Mein Schalter ist neben dem „Hertz“ Schalter. Also ich muss mich da mit anstellen. An meinem Schalter sitzt aber niemand mehr! Mir wird heiß! Habe ich schon wieder „aufsteigende Hitze“? Wahrscheinlich eine Mischung. Als ich dran bin, versuche ich dem „Hertz“-Angestellten zu erklären, dass meine Vermietung „Thrifty“ heißt und dass da ja scheinbar niemand mehr da ist. Nein, sagt er, dass gehört auch zu uns! Oh, ein Glück! Jetzt gibt es aber doch ein Problem, weil ich ja eigentlich den Wagen zu um 16.00 Uhr bestellt habe. Er weiß nicht genau, ob es noch einen Wagen für mich gibt… Oh, nein! Ich hole schon mal meine Kreditkarte, Pass und Führerschein raus. Ah, er nimmt sich einen Autoschlüssel. Ob ein „Clio“ okay ist, möchte er wissen. Na, klar! Hauptsache ein kleines Auto. Gut, dann muss ich wieder alles Mögliche unterschreiben und er notiert mir, wo der Wagen im Parkhaus steht. Ich soll mir den Wagen anschauen, und Bescheid sagen, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist. Ansonsten soll ich den Wagen am Freitag vollgetankt wieder abstellen. Er fragt, ob ich schon mal hier gewesen bin. Nein, sage ich. Und sie sind ganz alleine unterwegs? Ja, sage ich. Wow, das findet er super! Er wünscht mir eine „Gute Fahrt“ und ich gehe los. Der Schweiß läuft mir in Tropfen an der Stirn und dem Rücken runter. Man ist das heiß hier! Oder ist das Angstschweiß? So rein in den Fahrstuhl und rauf in die 2. Etage. Parkplatznummer C 31. Das steht er! Ein kleiner, schwarzer, schnuckeliger Wagen! Einen „Clio“ bin ich noch nie gefahren, glaube ich. Der Koffer passt gut in den Kofferraum. Den Rest nehme ich nach vorne auf den Beifahrersitz. Als Erstes mache ich mir Google-Maps an und gebe die Adresse meines Hotels ein. Ok. Dann alles einstellen. Den Sitz, den Spiegel, dann den Schlüssel rein und los… Äh, ich habe nur zwei Pedale! Oh, es ist ein Automatik-Wagen! Na gut, bin ich zwar lange nicht mehr gefahren, aber wird schon klappen. Ich starte den Motor. Ok. Schalter auf…? Ach ja, „D“. Handbremse lösen und los geht’s. Der Wagen rollt! So, jetzt erstmal langsam, raus aus dem Parkhaus und schon brabbelt mein Navi im Handy los. Es hört sich wieder witzig an, weil er die französischen Straßennamen auf Deutsch ausspricht. Aber es funktioniert. Das gute ist, das es wieder sehr viele Kreisel gibt. Wenn man sich mal nicht sicher ist, fährt man einfach noch eine Runde! 

Um 21.00 Uhr komme ich am Hotel an. Der Parkplatz ist zum Glück nicht so voll und ich finde sofort einen Parkplatz. Von außen sieht es schon sehr ansprechend aus. Ich schnappe mir meinen Koffer und gehe zur Rezeption. „Bon Jour, Madam!“ Äh, oh ja, „Bon Jour!“ Dann erkläre ich, wer ich bin und warum ich jetzt erst kommen konnte. Die beiden an der Rezeption bedauern mich, weil 4 Stunden Verspätung schon ganz schön viel sind! Ich fülle wieder einige Formulare aus und schiebe meine Kreditkarte rüber. Die Rezeptionistin schiebt mir mit einem Lächeln eine Magnetkarte rüber und schreibt eine Zimmernummer auf ein Infoblatt. Sie erklärt mir, da ich so spät bin bekomme ich nicht mehr mein eigentliches Zimmer der „Standard“ Kategorie, sondern ein „Superior“ Zimmer, also 2 Klassen besser als mein eigentlich gebuchtes, natürlich zum Preis meines Standard-Zimmers!!! „Oh, MERCI!!!!“, platzt es aus mir heraus. Ich strahle über alle Backen! Sie strahlt mich auch an, weil sie, glaube ich, genau versteht, wie ich mich gerade fühle! Sie erklärt mir noch einige Kleinigkeiten, die ich beachten soll und dann gehe ich zum Fahrstuhl. 2. Stock, Zimmer 1225. Ich öffne die Tür und… Juhu, es ist wirklich ein superschönes Zimmer! Mit Balkon! Total modern eingerichtet und ein schönes großes Badezimmer. Im Bett kann ich auch quer liegen, weil es so groß ist! Ich bin total begeistert. Ich schicke erstmal ein paar Grüße nach Hause, dann packe ich meinen Koffer aus und mache es mir gemütlich. Erstmal springe ich unter die Dusche – ich könnte auch baden, aber das wäre bei den Temperaturen draußen etwas übertrieben. Nach der Dusche lege ich mich aufs Bett. Oh, ist das angenehm. Lange halte ich heute nicht mehr durch! Ich stelle mir schon mal den Wecker auf 7.30 Uhr. Es gibt zwar schon ab 7.00 Uhr Frühstück, aber das muss ja nun nicht sein. Leider kann der Pool erst ab 9.00 Uhr benutzt werden. Dadurch kann ich nicht vor dem Frühstück schwimmen gehen, dann werde ich es das auf abends verlegen. Es ist 22.30 Uhr. Ich merke, wie mir die Augen zufallen. Ok. Licht aus und gute Nacht!

Südfrankreich - Tag 2

Ich werde um 5.45 Uhr wach! Ne, also das ist jetzt wirklich zu früh! Ich dreh mich noch mal um. Es ist ganz schön warm im Zimmer. Ich habe zwar die Balkontür auf, doch es ist draußen zu warm. Also mache ich die Klimaanlage etwas an. Ah, das ist angenehm! Ich mache die Augen wieder zu. Um 8.00 Uhr weckt mich mein Wecker. Auf geht´s! Mein erster Urlaubstag in Antibes! Es ist 9.00 Uhr als ich zum Frühstücken gehe. Der Speisesaal ist im Erdgeschoß. Ich fahre mit dem Fahrstuhl runter. Rechts um die Ecke, geht’s zum Restaurant. Der Saal ist genauso schön eingerichtet, wie mein Zimmer. Alles in Lila, Beige und Braun. Der Speisesaal hat eine riesige Fensterfront, von der aus man bis nach Nizza schauen kann. Ein superschöner Blick. Leider ist der Himmel, wie gestern schon, bedeckt, aber es sieht trotzdem schön aus. Ich suche mir einen kleinen Tisch am Fenster. Das Frühstücksbüfett ist riesig. Es gibt alles was man zum Frühstück braucht. Ich denke, hier findet jeder etwas, das er mag. Es schmeckt köstlich. Ich nehme mir zum Abschluss noch einen Kaffee und beobachte noch ein bisschen. Überwiegend sind Franzosen hier, aber auch Holländer und Deutsche. Irgendwie eine interessante bunte Mischung. Nachdem Frühstück gehe ich noch kurz auf die Außen-Terrasse. Es ist wirklich ein schöner Ausblick! Wenn das Wetter morgen etwas besser ist, werde ich hier draußen frühstücken.

Ich will heute noch viel unternehmen, deshalb mache ich mich auf den Weg. Als Erstes werde ich nach Grasse fahren. Dort gibt es verschiedene Parfümfirmen, die man sich anschauen kann und in denen man sogar seinen eigenen Duft mischen kann. Mein Navi sagt mir wieder, wo es lang geht. Er führt mich über die Autobahn und dann durch kleine Straßen und Gassen, mit ein paar Umwegen komme ich dahin, wo ich hinmöchte. Meine erste Station ist die Parfümerie „Galimard“ dort soll man sich sein eigenes Parfüm zusammenstellen können. Leider ist es schon kurz vor 13.00 Uhr und der vormittags Kurs ist zu Ende. Der Kurs um 14.00 Uhr ist schon ausgebucht. Ich könnte um 16.00 – 18.00 Uhr mitmachen. Ich trage mich erstmal ein, aber eigentlich ist mir das zu spät. Ich schaue mich noch etwas im Verkaufsraum um und finde eine Seife in Zitronenform, die genauso duftet, wie meine Seife damals aus Los Angeles. Die nehme ich mir mit. Die Dame am Empfang gibt mir den Tipp, dass die Produktion besichtigt werden kann. Es ist gleich um die Ecke. 5 Minuten von hier. Das ist doch eine gute Idee. 

Ich setze mich wieder in Auto und fahre los. Plötzlich entdecke ich die Parfümerie Fragonard. Dort kann ich zwar nichts selbst kreieren, aber alles besichtigen. Es ist jetzt 12.30 Uhr. Die nächste Führung auf Deutsche beginnt um 13.00 Uhr. Bis dahin kann ich in den Verkaufsraum gehen. Das ist eine gute Idee. Es duftet herrlich, als ich den riesigen Raum betrete. Überall stehen Duftflaschen, Kerzen und Seifen. Ich schau mir alles an und mir wird klar, dass ich mir gar keinen eigenen Duft mehr herstellen möchte. Mir wird die Führung nachher reichen.

Um kurz vor 13.00 Uhr gehe ich zum Treffpunkt. Eine große Gruppe Deutscher steht schon da. Pünktlich um 13.00 Uhr geht es los. Eine deutschsprechende Französin führt uns durch die Produktionsräume und erklärt alles über die Rohstoffe, wo sie herkommen und wie sie verarbeitet werden. Sie zeigt uns die Plätze, an denen die Parfümeure neue Düfte kreieren. Es ist sehr interessant. Am Ende bringt sie uns in den Verkaufsraum, wo sie uns natürlich besondere Angebote macht. Die Parfüm-Düfte sprechen mich nicht so an. Also schaue ich mich nochmal bei den Raumdüften um. Da finde ich genau das Richtige! Okay, das reicht dann auch. 

Ich packe alles in mein Auto und fahre los. Es ist schon spät und ich habe Hunger. Ich entdecke eine kleines Restaurant, das sehr einladend aussieht. Das ist jetzt genau das Richtige. Das Restaurant ist ganz in der Nähe meines Hotels. Das Essen schmeckt herrlich. Bevor ich zurück ins Hotel fahre, suche ich mir noch einen Supermarkt, weil ich mir noch Wasser kaufen möchte. Mal sehen, ob Google Maps mir was vorschlägt. In 1,8 km soll es einen Supermarkt geben. Der Navi ist echt klasse. Ruck zuck habe ich ihn gefunden.  Im Markt bräuchte ich eigentlich auch ein Navi, denn ich kann die Selter nicht finden. Brause, Cola, Säfte alles ist da. Ich renne kreuz und quer durch den Laden. Dann plötzlich sehe ich neben der Milch in einem Regal drei Sorten Wasser. Eins mit Geschmack, einmal kleine und einmal große Flaschen. Welche nehme ich jetzt. Leider kann ich es nicht entziffern, welche ohne Sprudel sind. Da die Kleinen zu klein sind, nehme ich die Großen und hoffe, dass es die richtigen sind. Ab zur Kasse und bezahlen. Rein ins Auto und Schwupps, schon bin ich wieder im Hotel.      

Das hat ja schon mal prima geklappt. Es ist jetzt 19.00 Uhr. Bis 19.45 Uhr darf man noch schwimmen. Ich ziehe mich schnell um und gehe in den SPA-Bereich. Im Innen-Pool tobt der Bär. Viele ältere Leute lassen sich im Kreis „beblubbern“. Da habe ich keine Lust drauf. Ich gehe zum Außenpool. Da ist es total leer. Hm, komisch, gibt es hier Haie, oder warum ist hier niemand drin? Der Bademeister schaut um die Ecke, aber er sagt nichts, also steige ich die Treppe runter. Oh, ganz schön frisch. Daran liegt es wahrscheinlich, dass niemand hier schwimmt. Ich suche eine Uhr. Eine halbe Stunde möchte ich schon noch schwimmen. Ah ja, das ist eine an der Wand. Dann kanns ja losgehen. Ich drehe meine Runden. Die Zeit läuft recht schnell. Um 19.40 Uhr steige ich aus dem Pool und wickle mich in mein Handtuch. Es ist ganz schön kühl, so ohne die Sonne. Zum Glück habe ich im Zimmer die Klimaanlage ausgeschaltet. Das wäre mir jetzt echt zu kalt. Ich springe kurz unter die warme Dusche und mache es mir dann auf meinem riesigen Bett gemütlich. Ich lese noch ein bisschen, dann fallen mir schon fast wieder die Augen zu. Ich stelle mir noch schnell den Wecker, damit ich morgen pünktlich zum Frühstück wach bin.

Südfrankreich - Tag 3

Der Wecker reißt mich aus meinen Träumen. Die Sonne scheint! Dann kann man bestimmt draußen auf der Terrasse frühstücken. Als ich zum Empfang komme und meine Zimmernummer sagen muss, versuche ich es auf Französisch. Die Empfangsdame kann sich an mich erinnern, weil ich sie gestern gefragt habe, wie meine Zimmernummer auf Französisch heißt. Sie ist begeistert. Dann war es wohl richtig, was ich mir da abgebrochen habe. Ich schaue mich kurz um. Auch einige andere Gäste sitzen schon draußen auf der Terrasse. Ich hole mir wieder einen Kaffee und suche mir einen schönen Platz mir Blick Richtung Nizza. Bei Sonnenschein sieht es noch schöner aus! Das Frühstück schmeckt wieder sehr gut. 

Ich überlege, was ich heute machen werde. Da es morgen wieder regnen soll, werde ich heute Richtung Antibes Strand und Altstadt fahren. Vielleicht besuche ich auch das Picasso Museum. 

Ab ins Auto und los geht´s in Richtung Antibes Altstadt. Das Navi führt mich direkt zum Cap Antibes. Große Villen hinter hohen Mauern sind rechts und links am Straßenrand zu sehen. Dann führt der Weg mich direkt am Wasser vorbei. Hier liegen riesige Yachten. Oh, was ist das? Das liegt der riesige Drei-Master, der in Kiel gebaut wurde. So ein Zufall! Ich fahre weiter. Das Navi habe ich jetzt ausgeschaltet, weil er mich in eine Einkaufsstraße lotsen wollte. Ich fahre Richtung Küste. Die Straße ist eine Sackgasse, aber das ist ja manchmal gut. Mir kommen dauernd Leute mit Rucksäcken entgegen. Dort scheint also ein Wanderweg zu sein. Ich suche mir eine Parkmöglichkeit. Ich stelle meinen Kleinen hinter eine Reihe parkender Autos. Dann gehe ich zu Fuß weiter. Links geht es in einen riesigen Garten, der jedoch leider geschlossen ist. Gleich daneben geht ein schmaler Weg weiter. Von dort kommen die Wanderer. Ich gehe den Weg rein. Es geht ganz schön bergab, aber es sind teilweise Holztreppen eingearbeitet. Der Boden ist etwas rutschig, durch den Regen von gestern. Ich höre schon das Wasser rauschen! Also gehe ich weiter. Dann plötzlich kann ich es sehen: Türkisblau rollen die Wellen an den felsigen Grund. Sandstrand gibt es hier nicht. Aber das Wasser sieht dadurch noch schöner aus. Ich schaue zurück. Der Weg geht da noch weiter. 

Ich nehme eine Abkürzung und klettere ein Abhang hinauf. Ups, ist das rutschig. Ich fange mich gerade noch ab. Beim zweiten Mal liege ich fast auf der Nase. Mit meinen Händen stecke ich im roten schlammigen Boden. Jetzt nur keine hektische Bewegung machen. Immer schön langsam einen Fuß vor den anderen. Ich versuche, auf festeren Boden zu treten. Geschafft, ich bin oben, auf dem Trampelpfad. Das hätte jetzt noch gefehlt, wenn auf dem Bauch rückwärts den Berg runtergerutscht wäre. Ich bleibe auf dem Weg und finde immer neue, schöne Aussichtspunkte. Auch das große Segelschiff aus Kiel, kann ich von hier noch einmal sehen. Als es wirklich nicht weiter geht, drehe ich um und gehe den rutschigen Pfad zum Auto zurück. Der rote Matsch an meinen Händen trocknet langsam und ich kann ihn abkratzen. Zum Glück ist meine Hose sauber geblieben. Wieder am Auto angekommen gebe ich mein nächstes Ziel in das Navi ein. Das Picasso Museum. 

Ich werde durch kleine Gassen geführt und sehe schon wieder einen Hafen mit riesigen Schiffen, auch das Museum entdecke ich, aber keinen Parkplatz. Kurz bevor ich ankommen soll, werde ich mitten durch die Altstadt geführt. Vorbei an einem überdachten Marktplatz und an vielen kleinen Straßen-Restaurants. Ich schalte das Navi wieder aus und suche mir einen Parkplatz. Gerade, als ich meinen Wunsch nach einem schönen Parkplatz laut ausgesprochen habe, finde ich ein Tiefgaragen-Parkhaus. Juhu! Ich fahre rein und stelle mein Auto ab. Dann spaziere ich los. Leider ist mein Handy-Akku schon fast leer, aber ich denke, er schafft es noch. Es ist 13.30 Uhr. Das Museum macht erst um 14.00 Uhr wieder auf. Also schlendere ich am Hafen vorbei und durch die engen Gassen, die ich schon vom Auto aus, gesehen habe. In einem gemütlichen Restaurant bestelle ich mir etwas zu essen. 

Dann gehe ich weiter in Richtung Museum. Ich mache viele Fotos unterwegs und als ich vor dem Museum stehe, habe ich eigentlich gar keine Lust mehr, reinzugehen. Ich habe schon so viele Werke von Picasso gesehen, da reicht es, mir das ehemalige Schloss der Grimaldis von außen zu fotografieren. Ich gehe langsam zum Auto zurück. Für heute reicht es. Ich habe die Tiefgarage schnell gefunden und nachdem ich meine Hoteladresse im Navi eingegeben habe, fahre ich los. Er führt mich wieder durch Straßen, die ich noch nie gesehen habe. Zum Glück habe ich mein Ladekabel mitgenommen und verbinde das Handy mit dem Auto. Es klappt prima. Während der Fahrt merke ich plötzlich, dass ich schon fast am Hotel bin. Das ging ja nun mal richtig schnell. Ich finde sofort wieder einen Parkplatz. 

Aus der Lodge nehme ich mir noch einen Cappuccino mit auf Zimmer. Mit dem mache ich es mir auf dem Balkon gemütlich. Zuerst brennt die Sonne noch ganz schön heiß, doch am Abend kommen die ersten Wolken am Himmel. Das ist doch etwas angenehmer. Zur Abkühlung gehe ich 

um 19.00 Uhr noch etwas schwimmen. Diesmal darf ich nur bis 19.30 Uhr schwimmen, dann wird der Außenpool geschlossen. Aber es reicht auch. Ich husche wieder in den Fahrstuhl und nach oben in mein Zimmer. Ab unter die warme Dusche. Dann mache ich es mir wieder auf meinem Bett gemütlich. Es war wieder ein aufregender Tag und mir fallen um 23.00 Uhr die Augen zu. Den Wecker habe ich mir wieder um 7.30 Uhr gestellt.

Südfrankreich - Tag 4

Ich stehe um 8.00 Uhr auf. Der Himmel ist bedeckt. Aber es regnet nicht. Ich mache mich schnell fertig und gehe zum Frühstücken. Diesmal sitzen alle drinnen, denn der Himmel sieht wirklich dunkel aus. Schon hört man das Prasseln auf dem Dach. Es regnet. Nach dem Frühstück gehe ich noch etwas auf meinen Balkon und überlege, was ich heute noch machen könnte. Der Regen hört immer mal wieder auf. Ich schau in meinen Reiseführer. Hm, eigentlich wäre Monaco eine gute Idee. Ich lade noch schnell mein Handy auf, damit es mir nicht wieder so geht, wie gestern. Dann packe ich alles ein, was ich so brauchen könnte, und gebe die Route in mein Navi ein. Ich möchte genau unten zum Hafen, wo am Wochenende das Formel-1-Rennen war. Eine Stunde soll die Fahrt ca. dauern. Um kurz vor 12.00 Uhr fahre ich los. Der Navi schlägt mir, wegen des hohen Verkehrsaufkommens, eine andere Strecke vor. Na gut, dann wollen wir mal sehen. Zuerst geht’s auf die Autobahn Richtung Nizza. Ich komme gut voran. Immer wieder muss ich Mautgebühren bezahlen. Wie gut, dass ich so viele 2 Euro Stücke habe. Irgendwie ist das lustig. Reinfahren in die Box, Fenster runter und zack, das Geld in den riesigen Trichter werfen und schon geht die Schranke auf. Kurz vor Monaco entsteht ein Stau vor so einem Maut-Schalter. Was genau da los war, weiß ich nicht, aber irgendwann geht es wieder zügig voran. Jetzt muss ich schon 2,40 € bezahlen. Monaco ist wirklich ein teures Pflaster! Als ich durch die Schranke durch bin fängt ein Tunnel an, mit 6% Gefälle. Man soll mit der Kupplung bremsen. Wie mache ich das, mit meinem Automatik-Getriebe? Es geht alles gut. Mein Kleiner macht das schon! Eine Spur ist in meine Richtung mit einem grünen Pfeil frei. Auf der anderen Seite sind zwei Rote Kreuze. Klar, da wird ja wohl auch keine von unserer Seite fahren. Plötzlich sehe ich drei Rote Kreuze!!! Meine Seite ist auch ROT! Dann ist sie wieder grün. Was war das denn jetzt? Oh, schon wieder rot! Ah, jetzt sehe ich, was los ist, ein Stau ist im Tunnel. Es ist wahrscheinlich die Warnung, dass man nicht so schnell fahren soll. Ab jetzt stehe, bzw. fahre ich für ca. 30 Minuten im Stau. Das geht so fast bis in die Innenstadt von Monte-Carlo. Dann löst sich alles auf und der normale dichte Straßenverkehr beginnt. 

Mein Navi jagt mich wieder kreuz und quer durch die Straßen und auf einmal sehe ich den Hafen und erkenne die Rennstrecke! Auf der Straße sind teilweise noch die Reste der Rennstrecken-Markierungen zu sehen. Ich bin ganz aufgeregt. Genau hier sind die Formel-1-Wagen vor ein paar Tagen noch gefahren und jetzt fahre ich mit meinem Flitzer hier durch! Der Navi führt mich direkt unten an den Hafen. Dort ist noch die Tribüne aufgebaut. Überall sind Handwerker am Schrauben. Rechts an der Seite parken viele Autos. Da ist noch eine kleine Lücke frei. Ich stelle mich dahin. Wenn die anderen da stehen, darf man das bestimmt. Ich steige aus und gehe los. Erstmal direkt an den Hafen. Die Schiffe sind wirklich riesig. Oben auf dem Berg in den Felsen ist eine Burg. Das könnte das Schloss der Fürstenfamilie sein. Nachdem ich genug Fotos gemacht habe, gehe ich wieder zurück zum Auto. Eigentlich habe ich genug gesehen. Ich fahre wieder los. Immer der Rennstrecke nach! Da links ist, glaube ich, der Tunnel, durch den die Rennwagen immer fahren. Ich fahre rechts ab. 

Was ist das??? Auf der Straße, auf der ich gerade fahre, sind die Startboxen vom Rennen aufgezeichnet!!! Da ist die Startlinie. Es ist leider so viel Verkehr, sodass ich nicht einfach Fotos machen kann. Ich beschließe, wieder zurück in meine Parklücke zu fahren. Ich fahre einfach weiter und plötzlich bin ich wieder auf der Strecke zum Hafen. Ich finde eine noch bessere Parklücke und stelle mein Auto ab. 

Jetzt will ich mir die Startboxen noch einmal richtig anschauen. Da sind sie! Die ganzen Reklameschilder sind auch noch da und die Container der Rennaufsicht. Direkt an der Start- und Ziellinie ist eine Pizzeria. Es ist gerade 14.00 Uhr. Da kann man doch mal Mittagessen. Ich gehe rein und bestelle mir eine Pizza mit Tomaten und Mozzarella. Während ich auf meine Pizza warte, beschleicht mich ein komisches Gefühl. Was ist, wenn die Bauarbeiter genau da, wo mein Auto steht, jetzt alles abbauen wollen und mein Auto abgeschleppt wird… Ich vertreibe ganz schnell die Gedanken wieder, als meine Pizza kommt. Sie ist sehr lecker und zu Glück nicht so übergroß. Dazu habe ich mir eine Flasche stilles Wasser bestellt. Wie schon gestern, bezahle ich für mein Essen 20,00 Euro. So teuer ist es hier also doch nicht. 

Auf dem Rückweg zum Auto gehe ich noch etwas durch die Stadt. Die Straßen sehen richtig schön aus. Mit tollen Balkonen und Blumen. Auf dem Weg entdecke ich den Tunnel wieder, durch den die Rennwagen durchfahren. Als ich fast wieder bei meinem Auto bin, sehe ich das die Bauarbeiter eine Sperre errichtet haben. Oh, Mist, wie soll ich denn da jetzt rauskommen? Ach nein, ich bin ja noch eine Ebene höher. Mein Auto steht ganz unten und da ist noch alles frei. Das Einzige, was geschehen ist, ist dass jemand ganz dicht an mein Heck ein paar Mülltonnen gestellt hat. Das ist aber kein Problem, denn mein kleiner Flitzer hat einen superkleinen Wendekreis. Einmal vor und einmal zurück und schon bin ich draußen und kann die Rennstrecke noch einmal abfahren! Dann biege ich ab in einen Tunnel Richtung Nizza. Mein Navi spricht von einem Kreisel, an dem ich in der vierten Abfahrt rausfahren soll. 

Hier im Tunnel? Ja, im Tunnel ist ein Kreisel mit 5 Abfahrten! So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich habe das Gefühl, das Monaco zur Hälfte mit Tunnel-Autobahnen untergraben ist. Es dauert ca. 10 Minuten, bis ich das Tageslicht wieder sehe, um gleich wieder in einen Tunnel zu fahren. Ich muss nachher unbedingt mein Navi wieder vom Flugmodus abmelden. In Monaco funktionierte das Roaming nicht, deshalb habe ich lieber auf Flugmodus geschaltet. 

Schon wieder muss ich durch diverse Maut-Schalter. Da ich kein Kleingeld mehr habe, nehme ich jetzt einfach meine Kreditkarte. Nach so einer Mautstelle auf französischem Boden stelle ich mein Navi wieder um. Jetzt hört er sich wieder „normal“ an und sagt die Straßennamen mit an. Das macht er im Offline-Modus nicht. 

Nach ca. einer Stunde bin ich wieder am Hotel. Ich nehme mir wieder einen Cappuccino mit auf Zimmer. Ich bleibe noch etwas auf meinem Balkon sitzen. Die Sonne kommt nur manchmal durch die Wolken, dadurch ist es sehr angenehm draußen. Um kurz vor 19.00 Uhr werde ich wieder schwimmen gehen. Gesagt, getan. Ich habe das Becken wieder für mich allein. Nur auf den Liegen sitzen noch ein paar Leute. Ich schwimme wieder 30 Minuten und gehe dann, in mein Handtuch gewickelt, auf mein Zimmer. Noch schnell unter die Dusche, Haar waschen und Föhnen und dann wieder auf mein Bett. Mein Buch liegt schon bereit. Das tut gut. Auch dieser Tag war wieder anstrengend und so fallen mir um 23.00 Uhr die Augen zu. Der Wecker ist natürlich schon gestellt.

Südfrankreich - Tag 5

Pünktlich um 8.00 Uhr stehe ich auf und mache mich bereit fürs Frühstück. Der Himmel lädt wieder zum Frühstücken unter freiem Himmel ein. Das mache ich auch. Es ist wirklich angenehm hier draußen. Ich hole mir wieder alles raus an meinen Tisch und dann genieße ich die Leckereien. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich heute machen will. Nochmal zu den Parfümfabriken möchte ich eigentlich nicht. Und auch Antibes habe ich ja schon kennengelernt. Nach dem Frühstück blättere in meinem Reiseführer. Schon gestern, auf dem Weg Richtung Nizza und Monaco, hatte ich immer wieder ein Lied im Kopf… „Tu le, tu le, tu le, Saint Tropez“… Sollte ich vielleicht da noch mal hinfahren? Na, klar! Ich packe meine Sache und gebe, als ich im Auto sitze, das Ziel in das Navi ein. Oh, eine Stunde 43 Minuten soll die Fahrt dauern. Es ist jetzt ca. 12.00 Uhr, dann bin ich um ca. 14.00 Uhr in Saint Tropez. Ok, dann mal los. Ich fahre überwiegend Autobahn. Das klappt ganz gut. Es ist nicht viel los und meistens ist sie 3-spurig. Kurz vor der Küste von Maxime ist wieder Stau, wegen einer Baustelle. Dann geht es immer am Wasser entlang und man kann schon die riesigen Yachten von Saint Tropez sehen. Kurz vor 14.00 Uhr führt mich das Navi wieder direkt in die Innenstadt am Hafen. 

Die Straßen werden immer enger. Ich weiß gar nicht, ob man hier mit dem Auto fahren darf. Aber es sind Verkehrsschilder angebracht, dann wird das wohl okay sein. Das Navi will mich noch weiterführen, doch ich habe einen großen öffentlichen Parkplatz gesehen und fahren dahin. Für 2 Stunden zahlt man hier 6 Euro. Für den ganzen Tag 9 Euro. Das hätte ich mir schlimmer vorgestellt. Ich hole mir ein Ticket für 6 Euro, dann kann ich in Ruhe noch was essen und etwas durch die Stadt schlendern. So, Ticket ins Auto und dann geht’s los. „Tu le, tu le, tu le, Saint Tropez!“ Hihi, jetzt kann ich das wirklich singen. Ich gehe durch einige Gassen und stehe plötzlich am Hafen. Es verschlägt mir fast den Atem. Die Schiffe sehen hier noch größer aus als gestern in Monaco! Vielleicht wirkt es hier auch nur so, weil man direkt davorsteht. Gestern war ja noch die Tribüne dazwischen aufgebaut und ich konnte nur von der Seite auf die Brücke und nicht direkt an die Schiffe. Jetzt ist es wirklich beeindruckend! Ich sehe natürlich viele riesige Motoryacht, aber auch eine riesige Rennjacht, so wie die vom Admiralscup und zwei superschöne und große Traditionssegler aus Holz. Ich muss erstmal Fotos machen. Die Masten der Segler sind, weil man direkt davorsteht, so hoch, dass ich fast nicht ganz auf das Foto bekomme. Wow, sind die schön! 

Ich gehe etwas weiter am Hafen entlang. Überall sind Souvenir-Shops und jede Menge Restaurants. Ich suche mir ein gemütliches Restaurant. Von hier aus kann man sehr gut auf die Schiffe blicken. Nach dem Essen gehe ich noch auf eine Mole, vor dort hat man einen tollen Blick über den ganzen Hafen. Noch scheint die Sonne, aber an der gegenüberliegenden Küste ziehe dunkel Wolken auf. Es ist jetzt 15.00 Uhr. Und ich mache mich mit ein paar Umwegen zurück auf den Weg zum Auto. 

Es gibt viele superkleine Gasse hier, durch die man in immer wieder neue Einkaufsstraßen kommt. Um 15.30 Uhr habe ich genug gesehen und gehe zurück zu meinem kleinen Flitzer. Die Sonne hat die ganze Zeit auf mein schwarzes Auto geschienen. Ich mach erstmal die Fenster auf und dann die Klimaanlage an. Puh, jetzt geht’s. Ich gebe meine Hoteladresse in das Navi ein. Er lotst mich wieder prima aus der Stadt und Richtung Maxime. Dort fängt es plötzlich an zu regnen. Ah ja, das liegt dann also gegenüber von Saint Tropez. Es sind richtig dicke Tropfen. Eigentlich ganz gut, dann wird der Staub ein bisschen abgespült. So rauf auf die Autobahn und ab Richtung Cannes und Nizza. Ich muss wieder an Mautstationen halten und wühle mein Portemonnaie aus der Tasche. Als ich durch die Station durch bin, sagt mein Navi „jetzt links halten“ …Ähm, steht da rechts nicht „Nizza“??? Ich fahre natürlich links, weil es alles zu schnell ging. Tja, und dann ist es geschehen – ich fahre wieder Richtung Saint Tropez… Wie ist das denn jetzt passiert? Ich muss irgendwie mein Navi angetippt haben und ihm damit eine Richtungsänderung eingegeben haben. So ein Mist! Wie komme ich denn jetzt auf die andere Autobahnseite? Gar nicht! Ich muss wieder Mautgebühren zahlen und erstmal Richtung Saint Tropez. Als ich die Gelegenheit habe, halte ich kurz rechts an und gebe meine Strecke neu in das Navi ein. Er führt mich noch ein Stück weiter und dann gibt es zum Glück die Chance zum Wenden. So, jetzt aber ab zum Hotel! 

Um 17.30 Uhr bin ich da! Puh, das reicht für heute aber auch. Ich hole mir noch einen Cappuccino aus der Bar und gehe auf mein Zimmer. Jetzt erstmal auf den Balkon und etwas entspannen. 

Um 19.00 Uhr geht’s wieder runter zum Schwimmen. Das letzte Mal für diesen Urlaub, denn morgen geht’s nach Hause! Das Wasser ist richtig warm. Kurz bevor ich meine 30 Minuten geschwommen bin, kommt ein Junge mit seinem Vater und einem Ball. Bitte geht ins andere Becken, denke ich noch, aber, nein, das machen sie natürlich nicht. Ich halte noch zwei Runden durch. Dann, nachdem ich durch einen Ballwurf fast getroffen wurde, schwimme ich zur Treppe und verlasse das Becken. Die eine Minute macht den Kohl nun auch nicht fett, bzw. dünn. Nach dem Schwimmen gehe ich noch einmal im Hotel-Restaurant essen. Es schmeckt wieder köstlich. Ich überlege, ob ich schon den Koffer packen sollte. Ach ne, das mache ich morgen früh. Ich werde bestimmt sowieso wieder früh wach. Also mache ich es mir wieder in meinem Bett bequem. Um 23.00 Uhr mache ich das Licht aus und die Augen zu. Den Wecker habe ich mir diesmal auf 6.00 Uhr gestellt. 

Südfrankreich - Tag 6

Ich werde um 5.45 Uhr wach. Das passt ja gut! Ich stehe auf und packe erstmal meinen Koffer. Ich bin kurz vor 7.00 Uhr fertig. Perfekt! Ich gehe runter zum Frühstücken, denn ab 7.00 Uhr ist das Frühstücken möglich. Als ich im Speisesaal ankomme, ist noch niemand da. Weder Bedienungen noch Gäste. Ich hole mir einen Kaffee. Da kommt die Bedienung, die schon meine Zimmernummer auswendig kennt. Sie staunt, weil ich so früh bin. Ich erkläre ihr kurz, dass ich heute abreise. Dann suche ich mir einen Sitzplatz. Das ist gar nicht so leicht, weil ja alle frei sind! Da die Sonne scheint, könnte man auch draußen sitzen. Aber die Tische sind noch feucht vom Tau der Nacht, also setze ich mich an einen Tisch am Fenster. Ich genieße noch einmal die Köstlichkeiten des Büfetts. Um kurz nach 8.00 Uhr bin ich fertig mit dem Frühstück und gehe nochmal aufs Zimmer. Ich packe die letzten Sachen ein und gehe dann, nach einem letzten Zimmercheck, runter zur Rezeption. Ich bezahle noch meine Cappuccinos und Gäste-Taxe. Dann verabschiede ich mich und gehe zu meinem kleinen Flitzer. 

Ich gebe die Adresse vom Flughafen Nizza, Terminal 2 in den Navi ein, weil ich da mein Auto wieder abgeben muss. Jetzt muss ich nur noch unfallfrei die letzte Tour schaffen, dann ist alles gut. Auf der Route ist viel Verkehr, doch es geht immer gut voran. Ich brauche ca. 30 Minuten, dann bin ich am Terminal und finde auch sofort die Auto-Rückgabe von „Thrifty“. Die Autos werden zum Check-up in der Reihe abgestellt und eine Mitarbeiterin schaut nach, ob alles ok ist und ob der Tank gefüllt ist. Das habe ich vorhin auf der Fahrt hierher auch noch schnell gemacht, damit ich nicht hier am Flughafen noch so einen Stress habe. Sie nickt, es ist alle okay! Juhu! Ich habe meinen kleinen TWINGO mit ca. 300 km übernommen. Abgegeben habe ich ihn jetzt mit 773 km! Das ist doch schon mal was. 

Alles ist gut gelaufen. Tschüß, mein Kleiner. Du hast mich super begleitet und alles mitgemacht! Vielen Dank dafür! 

Jetzt muss ich nur noch zum Terminal Bus, damit ich zu meinem Abflug-Terminal 1 komme. Der Bus steht immer noch da, wo ich ihn vorhin schon gesehen habe. Ich steige ein. Er fährt nur 2 Stationen, dann sind wir da. Im Terminal habe ich meinen Schalter schnell gefunden, allerdings ist das Check-in noch nicht geöffnet. Ich muss noch ca. 1 Stunde warten. Die Zeit läuft schnell. Ich gebe meinen Koffer auf und gehe zur Sicherheitskontrolle. Ich lege meine Sachen in die Wannen. Dann soll ich durch das Tor gehen. Es piept. Ob ich einen Gürtel umhabe? Nein. Ich muss meinen Schmuck, die Uhr und meine Haarspange in eine Wanne legen. Es piept. Die Sicherheitsfrau fragt, ob sie mich abtasten darf. Ja, klar. Zum Glück, für sie, hat sie Gummihandschuhe an, ich bin mittlerweile total durchgeschwitzt. Haare hochhalten, umdrehen. Sie geht mit einem Scanner an mir hoch und runter. Dann soll ich einen Fuß heben. „PIIIIIEEEEP!“ Bitte die Schuhe ausziehen. Ich lege meine Schuhe in eine Wanne und, oh Wunder, es piept nicht mehr! Darauf hätte sie doch eher kommen können! Vielen Dank, sagt sie und lässt mich gehen. Barfuß, und schmucklos, mit wild wallender Haarmähne gehe ich zu meinen, inzwischen 5 (!), Wannen. Ich räume alles wieder ein und ziehe mich wieder an. Ich brauche erstmal einen Kaffee. Dazu hole ich mir ein Törtchen mit Vanillecreme und riesigen Himbeeren drauf. Außerdem kaufe ich mir noch ein Croissant, als „Flugbegleiter“. Der Franzose an der Kasse grinst mich an. Was denn so lustig an meiner Bestellung ist, frage ich ihn. Er meint, er würde mich kenne. Tut mir leid, ich bin noch nie hier gewesen. Ich setze mich an einen Tisch. Während ich mein Törtchen genieße, kommt der Kassierer und räumt meinen Nachbartisch ab. Er legt seine Hand auf meine Schulter und fragt, ob alles okay und ob es mir schmeckt. Ähm, ja, sehr gut. Irgendwie komisch. Aber manchmal hat man da ja, dass man denkt, man kennt jemanden. 

Es ist inzwischen kurz vor 12.00 Uhr. Ich mache mich, nachdem ich mir noch Wasser gekauft habe, auf den Weg zu meinem Gate. Es ist im Untergeschoss. Dort ist schon sehr viel los und es gibt fast keine unbesetzten Stühle. Ich gehe an ein anderes Gate, an dem scheinbar kein Flieger erwartet wird und setze mich auf einen der freien Sitzplätze. Mein Flugzeug soll um 12.45 Uhr fliegen. Um 12.20 Uhr mache ich mich langsam auf den Weg. Auf den Anzeigetafeln heißt es, dass mein Flug erst um 13.00 Uhr gehen soll. Das fängt ja schon wieder gut an! Um kurz vor 13.00 Uhr werden wir mit Bussen zum Flugzeug abgeholt. Als wir gerade alle sitzen, sagt der Kapitän, dass der Start um ca. 30 Minuten verspäten wird, da über Düsseldorf ein sehr starkes Gewitter ist. Oh, nein, nicht schon wieder! Ich rechne kurz durch. Mein Zug soll um 16.00 Uhr gehen. Jetzt ist es 13.30 Uhr. Es könnte knapp werden. Ich sitze am Fenster. Gemeinsam mit einer älteren Dame und einem Herrn, der ein Bruder von Jürgen Drews sein könnte. Sie sind beide sehr nett. Ein Steward kommt durch die Reihen und fragt, ob eine ganze Sitzreihe bereit wäre, ihre Plätze mit denen am Notausgang zu tauschen. Dort sitzen im Moment Schüler aus einer Schulklasse und das ist nicht erlaubt. Wir drei sehen uns an. Für etwas mehr Beinfreiheit, kann man das doch mal machen. Wir stehen auf und tauschen die Plätze. Leider muss ich jetzt alle meine Taschen nach oben in die Ablage legen. Ich nehme meine Wasserflasche, mein Croissant und mein Buch aus der Tasche und gebe sie dann in die Ablage. Die Beinfreiheit ist wirklich sehr gut. Plötzlich kommt die Durchsage, dass wir jetzt in die Startposition fahren können. Es ist jetzt 14.15 Uhr, das könnte dann doch noch klappen mit meinem Zug! Der Start gelingt gut. Der Flug ist ruhig. Kurz bevor wir mit dem Landeanflug beginnen, sind nur noch dichte Wolken zu sehen. Wir werden gebeten, auf jeden Fall angeschnallt zu bleiben. Noch einmal wird kontrolliert, ob auch wirklich kein Gepäck im Fußraum bei uns liegt. Oha, die erwarten wohl richtig schlechtes Wetter. Seit ca. 15 Minuten fliegen wir nur durch dichte Wolken. Man kann plötzlich Häuser und Straßen sehen, als der Flieger wieder nach oben geht. Es ist ein komisches Gefühl. Aber trotz der dicken Wolken ist der Flug relativ ruhig. Dann setzt er wirklich zur Landung an. Irgendwie ist er noch ganz schön schnell. Rums, wir haben aufgesetzt. Der Pilot geht voll in die Bremsen. Wir werden alle nach vorne gedrückt. Dann stehen wir. Puh, ein Glück, das wäre überstanden. Ich schaue sofort auf die Uhr. 

Es ist 15.24 Uhr. Wenn wir die Koffer schnell genug bekommen, könnte es klappen. Ich steige aus dem Flugzeug und gehe schnell zum Kofferband. Das Band fängt schnell an zu laufen. Es kommen auch so ca. 15 Koffer (meiner ist natürlich nicht dabei). Dann dauert es zirka 10 Minuten, bis die nächsten 15 Koffer kommen (auch da ist meiner nicht dabei). Dann dauert es richtig lange, bis wieder etwas passiert. Es ist inzwischen 15.54 Uhr. Das kann ich vergessen, denn ich muss ja noch mit dem Sky-Train zum Bahnhof fahren. Als ich endlich um 15.57 Uhr meinen Koffer sehe, laufe ich trotzdem los, in der Hoffnung, dass der Zug eventuell Verspätung hat. Den Sky-Train habe ich schnell gefunden. Leider sind zur gleich Zeit auf beiden Seiten Gondeln da. Welche soll ich jetzt nehmen? Ich nehme natürlich die Falsche. Meine fährt erstmal weg vom Bahnhof und dann wieder hin. Als ich endlich auf dem Bahnsteig bin, ist es 16.10 Uhr. Da die Bahn gerade heute pünktlich ist, habe ich keine Chance. Mein Zug ist weg. Ich schaue in meine Bahn-App., die zeigt mir einen Zug an, der um 16.22 Uhr kommen soll, über Duisburg und Hamburg nach Kiel fährt. Der Witz an der Sache ist, dass diese Verbindung 15 Minuten früher in Kiel ankommen soll als mein gebuchter Zug! Dann wollen wir doch mal schauen. Der Zug kommt, allerdings noch wieder ein anderer, denn der neue Zug, den ich nehmen wollte, hat 10 Minuten Verspätung! Was für eine Ironie! Ich nehme also den ganz neuen Zug und bin kurze Zeit später in Duisburg. Ich habe noch genug Zeit mir ein Bretzel zu kaufen. Dann kommt der Zug, der nach Hamburg fährt. Ich habe ein ganzes Abteil für mich allein. Plötzlich steht ein Ehepaar vor meiner Tür. Ob hier noch frei ist, wollen sie wissen. Ja, klar. Sie sehen sympathisch aus und sind eigentlich auf der Suche nach dem 1. Klasse-Wagon. Der soll eigentlich hinter dranhängen, sage ich. Ja das meinten sie auch, aber er ist nicht da. Die Frau geht kurz auf die Suche, kommt dann aber doch gleich zurück. Es ist ihr egal, es sieht gemütlich aus in meinem Abteil, meint sie und man weiß nie was man bekommt, im anderen Wagon. Also bleiben sie. Die beiden kommen auch aus dem Urlaub und haben so einiges erlebt. 

Der Zug fährt durch bis Hamburg, so haben wir genug Zeit unsere Erlebnisse auszutauschen. Sie müssen noch weiter nach Niebüll, dort sollen sie um 23.00 Uhr ankommen. Da habe ich mit meinen 21.32 Uhr ja noch richtig Glück! Die Zeit vergeht recht schnell und um kurz vor 20.00 Uhr sind wir in Hamburg. Ich verabschiede mich und steige aus dem Zug. Wo geht es jetzt weiter? Ah ja, Gleis 7, Abschnitt G – I, um 20.22 Uhr. Ich habe noch Zeit und kaufe mir einen Schoko-Muffin. Dann gehe ich zum Gleis. Mein Zug ist schon da! Ich steige ein und finde einen Einzelplatz! Ich wusste gar nicht, dass es im Zug so etwas gibt! Der Schaffner kommt und entwertet meine Fahrkarte. Er rümpft die Nase. Eigentlich hätte ich mir eine neue Fahrkarte kaufen müssen, meint er. Das verstehe ich nicht, denn auf der Karte steht, sie ist 24 Stunden gültig. Großzügig drückt er mal ein Auge zu, da die Schaffner im Fernzug das wohl auch nicht moniert haben. Genau, das hat niemanden gestört und jetzt hier kurz vor Kiel versucht er mich zu verunsichern. Echt ätzend! Wie gut, dass ich so relaxed bin! Pünktlich um 21.32 Uhr läuft mein Zug im Bahnhof von Kiel ein. Ich bin glücklich. Eine erlebnisreiche Reise, so etwas muss ich unbedingt mal wieder machen.